Robert geht in Rente

Mein langjähriger Mitarbeiter und ein Urgestein des Schornsteinfegerhandwerkes geht in Rente.

Bei meiner Übernahme des Betriebes im August 2013 war Robert bereits schon 12 Jahre im Betrieb beschäftigt. Er war bestens bei den Kunden bekannt und beliebt. Wie das aber so ist, macht man sich als Schornsteinfegergeselle der eigentlich schon kurz vor der Rente steht so seine Gedanken oder der neue „Krauter“ der seinen Betrieb übernimmt auch den „alten“ Gesellen noch bei sich arbeiten lassen will oder nicht vielleicht einen Neuen mitbringt.

Bei der Arbeit
Für Spaß immer zu haben
Bei der Arbeit
Robert bei der Arbeit

Für mich als neuen Betriebsinhaber war das aber gar keine Frage. Langjährige Erfahrung, exzellente Kenntnisse der zu bearbeitenden Gebäudestruktur, bei den Kunden bekannt und beliebt. Diesen Mann musste ich auf jeden Fall weiter beschäftigen!

Robert hatte auch nach über 50 Jahren als Schornsteinfeger auf jeden Fall immer noch so viel Spaß an der Arbeit, dass er sich vom erreichen der Rente nicht zum schlußmachen animieren ließ. Wenn mal das Thema Rente auf den Tisch kam sagte er immer zu mir: „Also ein paar Jahre mache ich auf jeden Fall noch für dich. Ich möchte der älteste Schornsteinfegergeselle in Hamburg sein!“.

So sind das noch ziemlich genau sechs Jahre geworden für die Robert mit seinem Roller für mich in Eppendorf, Groß Borstel, Lokstedt, Eimsbüttel und Hoheluft unterwegs war.

Sechs Jahre voller Einsatz von Robert

Robert auf dem Roller
Robert mit Roller

Alle Kunden wussten, wenn ein schwarzer Motorroller um die Ecke kam mit einem schwarz gekleideten Mann darauf dann war das Robert auf dem Weg zum nächsten Kunden. Für die Kundenzufriedenheit hat er auch schon mal Termine um kurz vor sechs vereinbart und durchgeführt. Der Schnack mit dem Kunden durfte natürlich auch nicht zu kurz kommen. Bei einem Kaffee (oder mehreren) konnte das auch schon mal etwas länger werden.

Robert sagt Tschüß
Robert sagt Tschüß

Auch nach seiner Pensionierung steht Robert für meinen neuen Mitarbeiter Herrn Dean Dressler und mich immer noch mit Rat und Tat zur Seite. Bei Fragen wie man z.B. irgendwo aufs Dach oder in einen Heizungsraum kommt kann er immer noch kompetent Auskunft geben und meinem neuen Mitarbeiter viel Arbeit und unnötige Lauferei ersparen.

Wenn mein neuer Mitarbeiter und ich bei den Kunden in den letzten Wochen unterwegs waren, wurden wir mindestens 5,6 mal am Tag gefragt: „wo ist denn Robert?“ oder „wo ist denn der schwarze Mann der immer auf dem Motorroller unterwegs war?“

Viele Kunden bedauern, dass das ihnen über viele Jahre bekannte Gesicht und der immer gut gelaunte Schornsteinfeger nicht mehr kommt. Jeder wünscht ihm aber auch alles Gute in der Rente.

Solche Arbeitsverhältnisse gibt es heute nur noch viel zu selten. Das ein Mitarbeiter sich mit seiner Firma und dem Beruf so identifiziert findet man nicht mehr all zu oft. Robert war halt ein richtiger „Sottje“ wie man im Hamburg auch zum Schornsteinfeger sagt. Mein neuer Mitarbeiter und ich wünschen Robert alles gute in der wohlverdienten Rente.

Für einen Schnack und ein Treffen auf einen Kaffee (oder zwei) ist er aber auch in der Rente immer noch zu haben!

  17. November 2019
  Kategorie: Allgemein

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